Dach Sanierung und Gewinnbeteiligung

52-Gigawatt Deckel fĂŒr Photovoltaik

Der 52 Gigawatt-Deckel fĂŒr die Photovoltaik kommt immer nĂ€her. Ende Juni waren es nur noch vier Gigawatt, bis zur Deckelung der Solarstromeinspeisung. Das könnte ein Ende der Solarförderung fĂŒr Photovoltaik-Dachanlagen bis 750 Kilowatt bedeuten.

Es ist derzeit im EEG vorgesehen, dass keine EinspeisevergĂŒtungen mehr gezahlt werden, wenn eine installierte Photovoltaik-Leistung von 52 Gigawatt erreicht ist. Dieser Deckel wurde vom damaligen Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) im Zuge der EEG-Reform 2012 in das Gesetz geschrieben. Jetzt ist er als Bundeswirtschaftsminister wieder fĂŒr das EEG zustĂ€ndig und mĂŒsste sich um die Abschaffung kĂŒmmern.

Die SPD macht sich mittlerweile in der Bundesregierung auch dafĂŒr stark das der 52 Gigawatt-Deckel abgeschafft wird. “Der Ausbaudeckel muss weg”. “Er ist nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ und ein echtes Investitionshemmnis”, erklĂ€rte der fĂŒr Photovoltaik zustĂ€ndigen Berichterstatters der SPD-Bundestagsfraktion, Timon Gremmels, bei einem Interview dem pv magazine.

Wenn also nĂ€chstes Jahr die Photovoltaikleistung 52 Gigawatt erreichen wĂŒrde, wĂŒrde die VergĂŒtung fĂŒr eingespeisten Solarstrom bei neuen Photovoltaikanlagen auf den Nullpunkt sinken. Dies könnte bedeuten, dass neue Solaranlagen auf WohnhĂ€usern nicht mehr wirtschaftlich attraktiv wĂ€ren. Das heißt: Es wĂŒrde fĂŒr eingespeisten Strom ins Netz keine VergĂŒtung mehr geben. Man könnte den Strom dann nur noch ĂŒber Direktvermarktung oder Direktabnehmer verkaufen. Im gewerblichen Bereich könnte es dazu kommen, dass die GrĂ¶ĂŸe neuer Anlagen durch alleinige Optimierung auf den Eigenverbrauch drastisch sinkt. Ein Einbruch der Installationszahlen bei Photovoltaikanlagen im Dachbereich könnten schwere Folgen sein. Auch das Ziel den Klimaschutz in Deutschland zu wahren wĂŒrde immer mehr in die Ferne rĂŒcken.

Das Pariser Klimaschutzabkommen könnte nur eingehalten werden wenn man erneuerbare Energien schneller ausbauen wĂŒrde und damit die globale ErwĂ€rmung auf 1,5 °C begrenzen könnte. DafĂŒr sollte es keine neuen KĂŒrzungen bei der Photovoltaik mehr geben. Eine direkte BegrĂŒndung gibt es dafĂŒr nicht. Neue Photovoltaikanlagen sind inzwischen meistens so kostengĂŒnstig geworden, dass auch ein massiver geförderter Ausbau keine spĂŒrbaren Kostensteigerungen fĂŒr die Allgemeinheit verursachen wĂŒrde. Der wahrscheinlich einzige nachvollziehbare Grund fĂŒr weitere KĂŒrzungen wĂ€re der Wunsch, den Energiekonzernen ohne jegliche RĂŒcksicht auf den Klimaschutz den Weiterbetrieb ihrer fossilen Kraftwerke zu ermöglichen. Denn dieser könnte eventuell bei einem schnelleren Ausbau der Photovoltaikanlagen gefĂ€hrdet werden.

Der Photovoltaik-Ausbaudeckel könnte nicht nur die Photovoltaik Unternehmen in Deutschland bedrohen, die sich nach einem großen Verlust von etwa 80.000 ArbeitsplĂ€tzen in den letzten Jahren wahrscheinlich gerade erst wieder erholt haben. Der 52 Gigawatt- Deckel könnte eventuell viele KlimaschutzbemĂŒhungen und damit die Interessen und die Lebensgrundlagen der jungen Generation blockieren.

Es ist wichtig, dass wir unsere eventuellen, berechtigten Bedenken gegen den Photovoltaik-Ausbaudeckel Ă€ußern und diesen Gehör verschaffen. Es ist ebenfalls wichtig die politisch Verantwortlichen mit der Thematik zu konfrontieren und gegebenenfalls Lösungen zu besprechen und die Öffentlichkeit ĂŒber Gefahren zu informieren die dadurch entstehen könnten.

Wer sich gegen den 52 Gigawatt-Deckel stark machen möchte kann bei der Aktion von Volker Quaschning mitmachen und sich engagieren.

#DerPVDeckelMussWeg

Volker Quaschning hat dazu folgende Aktion ins Leben gerufen:

  • Besorgen Sie sich einen alten Deckel, um die nötige Aufmerksamkeit bei den Adressaten zu erzeugen.
  • Beschriften Sie den Deckel mit dem Aktionsmotto #DerPVDeckelMussWeg.
  • Sie können dazu gerne die Grafik von Michael HĂŒter verwenden, diese finden Sie HIER.
  • Erstellen Sie einen Begleitbrief, der die Bedenken gegen den 52-GW-Deckel zum Ausdruck bringt.
  • Machen Sie ein Foto von Ihrem Deckel.
  • Packen Sie den Deckel und den Brief in ein Paket.
  • Schicken Sie das Paket an politische EntscheidungstrĂ€ger wie Abgeordnete, Regierungsbeamte, Minister oder die Bundeskanzlerin.
  • Posten Sie ein Foto mit dem Hashtag #DerPVDeckelMussWeg in den sozialen Netzwerken.

Quellen: